Kann man eine Katze angewöhnen gerne getragen zu werden?


Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, da Tiere im Allgemeinen und Katzen insbesondere verschiedene Persönlichkeiten und Vorlieben haben und man nicht von einem Tier auf alle weiteren schließen kann. Dennoch lässt sich sagen, dass es bei dem Großteil der Hauskatzen möglich ist sie an Dinge zu gewöhnen, die sie vorher nicht mochten. Dazu zählt selbstverständlich auch das Getragen-werden. 

So halten Sie Ihre Katze richtig

Gewohnheiten durchbrechen

Katzen sind durch und durch Gewohnheitstiere und sind, was neue Dinge betrifft, skeptisch und eher zurückhaltend. Natürlich gibt auch hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Tieren. Während der eine „Stubentiger“ von Anfang an gerne getragen werden mag, sträubt sich eine andere Katze vielleicht vehement dagegen.

Wichtig ist es in jedem Fall die Wünsche des Haustieres zu respektieren und es nicht gewaltsam zu „überzeugen“, denn das belastet das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier immens. Der Schlüssel ist es behutsam vorzugehen und es nicht bei jeder Gelegenheit zu versuchen. Geduld ist hier das Stichwort.

Man nimmt die Katze kurz (wenige Sekunden) auf den Arm und setzt sie sanft wieder ab. Das Tier wird dabei nach und nach feststellen, dass nichts Schlimmes dabei ist und sich weniger dagegen wehren. Auf diese Art und Weise tastet man sich langsam voran und verlängert den Zeitraum, den die Katze auf dem Arm verbringt, dabei jedes Mal ein wenig. Natürlich nur sofern es das Tier weitgehend zulässt. Bei dem ein oder anderen Tier mag diese Herangehensweise bereits ausreichen und zum Erfolg führen. 

Eine weitere Methoden, die je nachdem auch ergänzend zu den bisher genannten Schritten hinzugefügt werden kann, ist die Belohnung. Nahezu jedes Tier springt auf diese Variante an. Die Gewohnheiten werden durchbrochen und der Lerneffekt stellt sich bedeutend schneller ein. Im konkreten Beispiel wird die Katze für wenige Sekunden auf den Arm genommen, abgesetzt und in Form von Futter belohnt.

Wiederholt man dieses Vorgehen verknüpft das Haustier schnell, dass auf den Arm genommen zu werden, eine Belohnung zu bekommen, bedeutet. Nach vier bis sechs Wochen hat sich die Botschaft eingebrannt und die Katze sieht etwas Positives darin auf den Arm genommen zu werden. Mit etwas Glück reicht dieser Effekt sogar soweit, dass das Haustier sogar freiwillig auf die Arme seines Besitzers klettert.

Wird beim Anheben der Katze etwas falsch gemacht?

Eine Katze, die nicht daran gewöhnt ist, auf den Arm genommen zu werden, muss natürlich mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Ein sicherer Halt schafft Vertrauen und führt dazu, dass dem Tier die Angst genommen wird.

Wichtig ist dabei, dass die ein Hand das Hinterteil, inklusive der hinteren Pfoten, hält und der andere Arm ungefähr auf Höhe des Brustkorbes unter der Katze durchgeführt wird. Das verleiht die notwendige Stabilität beim Tragen.

Möchte man das Tier über die Schulter gelegt tragen, ist das Procedere ein ähnliches. Das Hinterteil der Katze wird wiederum inklusive der hinteren Pfoten mit einer Hand angehoben und so auf der Schulter platziert, dass die vorderen Pfoten über die Schulter hinweg auf dem Rücken baumeln.

Was hat sich verändert, wenn die Katze früher getragen werden mochte, sich nun aber dagegen sträubt?

Katzen mögen zwar Gewohnheitstiere sein, dennoch kann man nicht erwarten, dass sie im Laufe der Zeit immer die gleichen Vorlieben und Geschmäcker behalten. Um es anhand eines einfachen Beispiels zu erklären, reicht ein Blick darauf, dass ein junges Tier viel Freude an allerlei Spielzeug hat, während ein älteres Tier dieses eventuell links liegen lassen wird. 

Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Katze nie wieder auf den Arm genommen werden kann. Auch hier kann man sich mit Hilfe genannter Methoden wieder an den Punkt zurück arbeiten, an dem man bereits war. Die Chancen für ein gutes Gelingen sind sogar sehr hoch, da die Katze bereits gezeigt hat, dass sie dafür geeignet ist. 

Wie werden Traumata bei Katzen überwunden?

Katzen sind oftmals sehr empfindsame Tiere und merken sich schlechte Erfahrungen sehr genau. Wenn eine Katze mehrfach fallen gelassen wurde, ist der Weg zurück auf den Arm ein äußerst steiniger. Wichtig ist es ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu seiner Katze aufzubauen. Katzen können zwar nachtragend sein, sind aber durchaus in der Lage Dinge, die sie in schlimmer Erinnerung behalten haben, hinter sich zu lassen.

Ein traumatisiertes Tier ist natürlich mit noch mehr Vorsicht zu behandeln als ohnehin schon geboten ist. Auch hier ist viel Liebe und Geduld gefragt. Sollte sich trotz diverser Versuche keine Besserung einstellen, ist es ratsam dem Tier seinen Freiraum zu lassen und es nicht zu zwingen. 

Zusammenfassung

Eine Katze daran zu gewöhnen auf den Arm genommen zu werden, kann eine langwierige Aufgabe sein, da die Tiere durchaus ihren eigenen Kopf haben und sich nicht so leicht aus der Reserve locken lassen. 

Mit Geduld, Zuwendung und gut platzierten Belohnungen lassen sich die Gewohnheiten allerdings oft durchbrechen und der Weg auf den Arm ist geebnet. Es ist wichtig das Haustier nach und nach an etwas Neues zu gewöhnen und der Katze beim Tragen einen sicheren Halt zu bieten. 

Alles in allem ist es entscheidend auf das Tier zu hören und ihm nicht mehr zuzumuten als es verträgt, denn das Verhältnis zu der Katze sollte nicht unter dem Wunsch, sie auf den Arm zu nehmen, leiden.

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